Filmpremiere „Der marktgerechte Mensch“

Das Sozialbündnis Krefeld zeigte in Zusammenarbeit mit der IG Metall Krefeld den Film „Der marktgerechte Mensch“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz am 16.1.2020 im Theater hintenlinks, Ritterstraße 187, 47805 Krefeld bei freiem Eintritt. Die Spendensammlung für die Filmproduktion in der sehr gut besuchten Vorstellung ergab 202,81 €.
Auf der Website des Theaters finden Sie weitere interessante Termine zum Schwerpunktthema „Soziale Gerechtigkeit“.

„Der Marktgerechte Mensch“ ist ein Film von unten. Ein Film der uns alle angeht: „Wenn der Mensch zur Ware wird“ geht seine Menschenwürde verloren. Noch vor 20 Jahren waren in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten in einem Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 38% sind es nur noch heute.
Die Filmemacher gehen an die Arbeitsplätze der neuen Modelle des Kapitalismus wie der Gig-Economie, wie der Arbeit auf Abruf. Sie treffen auf Menschen in bisher sicher geglaubten Arbeitsstrukturen an Universitäten oder in langjährigen Arbeitsverhältnissen mittlerer- und oberer Leitungspositionen. Und beobachten wie sich die Verschärfung des Wettbewerbs immer stärker auf den Einzelnen verlagert, was Solidarisierung und tragbaren sozialen Beziehungen nur sehr schwer Raum lässt. Depression und Burnout machen Menschen, die an dieser Last und Unsicherheit zerbrechen, das Leben zur Hölle. Selbst dann noch glauben viele, an ihrem Schicksal schuld und ein Einzelfall zu sein.

Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos. Der Film stellt Betriebe vor, die nach dem Prinzip des Gemeinwohls wirtschaften, Beschäftigte von Lieferdiensten, die einen Betriebsrat gründen und die Kraft der Solidarität von jungen Menschen, die für einen Systemwandel eintreten. „Der marktgerechte Mensch“ ist ein Film, der die Situation hinterfragt, Mut machen will, sich einzumischen und zusammenzuschließen. Denn ein anderes Leben ist möglich.

Der marktgerechte Mensch“ entstand als „Film von unten“ – finanziert von denen, die ihn sehen und zeigen wollen. Die Filme der Filmemacher wie „Wer Rettet Wen?“ „Water Makes Money“ und „Bahn unterm Hammer“ haben gezeigt, wie mit Aufklärung und Mobilisierung Einfluss genommen werden kann.

Neue Preiserhöhung beim Sozialticket!

MEDIENINFORMATION

Bündnis Sozialticket NRW lehnt neue Preiserhöhungen beim VRR ab!
Dazu gab das Sozialbündnis Krefeld folgende Presseerklärung heraus:

Das Sozialbündnis Krefeld lehnt die neue Preiserhöhung des Sozialtickets beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ab. Der VRR greift den Ärmsten in Krefeld schon wieder in die Tasche.

Es war zu befürchten: Die Tickets für Bus und Bahn werden zum 1. Januar 2020 erneut teurer, um 1,8 %. Der VRR hat am 26.09.2019 die Erhöhung der Fahrpreise beschlossen. Auch die BürgerInnen in Krefeld sind über die Städtischen Werke Krefeld (SWK Mobil) von der Erhöhung betroffen. Wie zu erfahren war, wurden die Preiserhöhungen von CDU, SPD und dem Bündnis90/Die Grünen einvernehmlich abgesegnet.

Teurer wird demnach auch das Sozialticket, das seinen Namen eigentlich schon lange nicht mehr verdient. Es ist die siebte Preiserhöhung innerhalb von acht Jahren!

Schon heute zahlen Menschen im Hartz IV (SGB II) Bezug, in der Grundsicherung im Alter oder mit Mini-Einkommen stolze 38,65 Euro für ein Sozialticket. Ab 2020 steigt dieser Betrag um 1,8 % auf dann 39,95 Euro. Zum Vergleich: Nur 28,39 Euro monatlich wird Hartz IV Beziehern, im Rahmen des Regelsatzes, für Fahrten nur im Stadtgebiet von Krefeld, zugestanden. Die Folge: Immer weniger arme Menschen können sich ein Sozialticket zu diesem Preis leisten. Zuletzt kauften im VRR nur noch 10,8% aller Anspruchsberechtigten ein Sozialticket. Vor zwei Jahren waren es noch 12,3%.

„Gerade in Zeiten der Klimakrise, in der die Menschen immer wieder aufgefordert werden, öffentliche Nahverkehr zu nutzen, ist dies ein falsches Signal“, ist Ulrich Knur, Sprecher des Sozialbündnisses Krefeld überzeugt. „Eine Erhöhung des Sozialtickets passt nicht in die heutige Zeit“. Das gilt auch für das Normalticket.

Neben den hohen Kosten für das Sozialticket kommt noch hinzu, dass die Reichweite des Sozialtickets nach den Erfahrungen der BündnisteilnehmerInnen absolut unzureichend ist. Dazu Inge Krämer: „Das Sozialticket gilt nur innerhalb Krefelds. Für Besuche, bei Freunden, Verwandten oder Vorstellungsgesprächen in der Nachbarschaft müssen die InhaberInnen der Sozialtickets jedes mal draufzahlen. Eine Anpassung des Regelsatzes ist dringend geboten“.